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August-Challenge: Meine erste vegane Woche…

Gemüse

Nachdem ich mich nun eine Woche fast ausschließlich vegan ernährt habe, wird es Zeit für einen kleinen Wochenrückblick und Einblicke in meine ersten Erfahrungen mit veganer Ernährung. Erste Erkenntnis: Ist ja gar nicht so schlimm wie gedacht. Zweite Erkenntnis: Ich glaube so langsam dämmert es mir, warum Veganer sofort in den Verteidigungsmodus verfallen, wenn es um ihre Ernährung geht. Einfach aus Gewohnheit, denn egal wo ich erwähne, dass ich dieses Experiment mache, geht es los: „Das kann nicht gesund sein“, „Was isst Du denn überhaupt noch“, „Also ohne Fleisch würde ja noch gehen, aber vegan ist ja schon übertrieben“ – jetzt muss man ja auch dazu sagen, dass ich nicht in einer mega-hippen Stadt wohne sondern in Oberfranken – bei uns gibt es Sonntags Braten und fast jeden Tag Fleisch – und das Leberkäs-Brötchen zur Brotzeit darf auch nicht fehlen.  In einer anderen Gefielden würde diese Challenge sicherlich anders aufgenommen werden.

 

Tag 1

Der erste Morgen gestaltete sich ein wenig holprig – schließlich wurde meine Morgenroutine gleich mal durcheinander gebracht. Denn der Kaffee fiel aus, mangels Milchersatz und in den fertigen Senseo-Pads ist Milchpulver enthalten. Na okay, auf Arbeits gibts dann Espresso – pfui – zum Glück ist das Tässchen so klein. Ich schaffe trotzdem nur die Hälfte. Die Mittagspause gestaltet sich unerwartet einfach – beim Mexikanischen Imbiss Senor Taco gibt es einen Senor Vegan, einen veganen Taco mit leckerer Gemüsefüllung.

Am Nachmittag macht sich dann doch der fehlende Kaffee bemerkbar – das Nachmittagsloch ist gefühlt ein wenig tiefer und ich bin froh, dass der Feierabend nicht mehr weit ist. Um der Müdigkeit morgen vorzubeugen gehts noch fix zum DM und es wandern Mandelmilch, Mandelmus, veganes Nutella und Chia-Samen in meinen Korb. Zu Abend gibt es nur schnell Nudeln – natürlich ohne Ei mit Tomatensoße. Um halbzehn ruft dann das Bett – Tag 1 erfolgreich gemeistert.

Organic Dry Black and White Chia Seeds against a background

 

Tag 2

Juhu, es gibt wieder Kaffee – die Mandelmilch wird in der Micro schnell erhitzt und drüber kommt ein Espresso aus der Firmen-Maschine. Mit dem 4. Stückchen Zucker beginnt das ganze dann auch so langsam zu schmecken. Nur an die Konsistenz von Mandelmilch muss ich mich ein wenig gewöhnen. Die Mittagspause ist wiederum ein Klacks – Back-Werk hat wohl eine kleine Marktlücke erkannt – denn es gibt 8 verschiedene Mittags-Snacks, zwischen denen ich wählen kann. Ich entscheide mich für eine vegane Vollkorn-Schnitte und einem Bagel, belegt mit Guacamole, Rucola und getrockneten Tomaten.

Da am Abend noch ein Probetermin mit einer Braut ansteht, verzichte ich erstmal auf den Bagel, schließlich möchte ich meine Braut nicht mit einer Knoblauch-Fahne belästigen 😉 Die Vollkorn-Schnitte war leider ein wenig krümelig und durch die Tomaten darauf schon durchgeweicht… das üben wir nochmal! 😉 Am Abend dann die erste Herausforderung – nach dem Probetermin mit der Braut und viel zu langer Autofahrt lacht mich das McDonalds-M neben der Autobahn ziemlich verlockend an… zum Glück kann ich wiederstehen – schließlich wartet zuhause noch ein Chiabrötchen, gegrillte Paprika und Avocados auf mich.

 

Tag 3

Ich bin totmüde – das liegt aber nicht an der veganen Ernährung, sondern daran, dass ich gestern erst um eins ins Bett kam. Der Mandel-Latte-Macciato läuft überraschend gut, heute gibt’s sogar zwei Tassen. Für die Mittagspause wartet noch mein Back-Werk Bagel auf mich und den kann ich euch wirklich empfehlen, richtig lecker, herzhaft und sättigend. Avocados sind wohl meine neuen besten Freunde und auch ein wichtiger Fettlieferant. Am Abend dann die nächste Herausforderung – Mädelsabend, ausgerechnet in einem Burger-Restaurant. Aber was soll ich sagen, scheinbar wird man leidensfähig. Für meine Challenge gilt: Beim Essen gehen ist auch vegetarisch erlaubt. Ging auch gar nicht anders, denn es gab schlichtweg keine veganen Speisen auf der Karte. Deshalb gab es einen Gemüse-Wrap mit ein bisschen Käse und Süßkartoffel-Pommes. Sehr lecker, dennoch wird mir bewusst, wie sehr mir Käse fehlt! 😉

Brunch-klein-10

 

Tag 4

Im Büro herrscht mal wieder das typische Chaos im August, fast jeder ist im Urlaub – Mittags brauche ich also erstmal Nervennahrung. Es gibt also veganes Nutella-Ersatz Brötchen und danach noch vegane Schokolade und Neapolitaner-Waffeln. Die sind nämlich auch vegan und sind sogar mit dem V-Label ausgezeichnet. Hätte im Leben nicht vermutet, dass die Waffeln ohne tierische Produkte hergestellt werden. Am Abend gibt’s diesmal Salat und eine neue Erkenntnis: Weiße vegane Schokolade schmeckt einfach nicht! 😉

 

Tag 5

Thank God It’s Friday! Ich habe früher Feierabend und bin nach einer kurzen Shoppingrunde in der Stadt um vier zuhause. Da ich die letzten Abende nur unterwegs war, sieht meine Wohnung aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Nachdem das Chaos einigermaßen beseitigt war und die Küchenablage wieder als solche zu erkennen war, gings dann ans Kochen. Es sollte Gemüse-Curry mit Reis geben – etwas was ich gerne koche und sonst meistens mit ein paar Garnelen verfeinere.

Beim Studieren der Zutaten meiner Curry-Paste kommen wir schon bei der 3. Zutat ins Stolpern: Garnelenpaste. Na super… also Plan B. Die Avocado, die noch in meinem Kühlschrank dahinvegetiert wird kurzerhand mit Kokosmilch püriert – so wird das ganze gleich ein wenig gehaltvoller und hat eine satte grüne Farbe. Die gute Avocado schluckt allerdings auch gut Schärfe und erst mit 5 Chili-Schoten wird das ganze so langsam ein wenig feurig.

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Tag 6

Der Tag beginnt um 4:45 – für mich also mitten in der Nacht – es geht nach Nürnberg, dort wartet eine Braut auf mich und möchte für ihren großen Tag gestylt werden. Es gibt einen veganen Energy-Drink mit einem super Flaschendesign und einem entsprechenden Preis. Zwischen dem Brautstyling und dem nächsten Termin gabs dann nur kurz einen Fruchtriegel aus der Drogerie – einen veganen Snack an der Autobahnraststätte ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Am Abend gab es dann die Reste vom Curry und anschließend ging es aufs Weinfest. Merke: Vegane Ernährung ist möglich, aber eine schlechte Grundlage für Alkohol! 😉 Nach zwei Weizen hatte ich genug und bin nach Hause getorkelt.

Tag 7

Autsch – mein Kopf… irgendwie hat das Weinfest seine Spuren hinterlassen. Nun bin ich was mein Kater-Frühstück-Verhalten angeht, etwas untypisch. Während die meisten nach einer durchzechten Nacht gerne mal auf fettige und herzhafte Sachen zugreifen, muss es bei mir etwas frisches sein. Dank meiner Challenge habe ich momentan eigentlich nur frische und gesunde Sachen im Kühlschrank  – einzige Ausnahme – das Katzenfutter für Napoleon und Ronja. Somit gab es Brötchen mit veganem Zucchini-Curry-Aufstrich aus dem DM. Dazu ein paar Tomaten – was will man mehr.  Am Abend auf dem Weinfest muss ich mangels Angebot wieder auf eine vegaterische Alternative zurückgreifen – es gibt Flammkuchen mit vegetarischem Belag.

Gemüse

Für die nächste Woche habe ich mir vorgenommen mehr selbst zu kochen – außerdem habe ich mir die Codecheck-App informiert, die mir nach Scannen des Barcodes anzeigt, ob das Produkt vegan ist. Denn es gibt so viele vegetarische Produkte, von denen man im Leben nicht vermutet, dass diese nicht vegan sind… Diese App ist beim Großeinkauf sicherlich eine große Erleichterung.

 

  • Diana

    Bitte weitere Details aus deinem veganen Leben. Sehr schön zu lesen. 🙂

    12. August 2016 at 08:52 Antworten

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